GelbACHTrail

1. Sep 23 | Nordrhein-Westfalen, REISE und FREIZEIT

Natur, Kultur und Geschichte erkunden

Die 21 Kilometer lange Wanderung zwischen Montabaur im südlichen Westerwald und Obernhof an der Lahn ist erholsam und spannend.

Aussicht und Natur genießen, Kunst entdecken und in die Geschichte eintauchen: Das erfahren Wanderer auf dem GelbACHTrail. Die 21 Kilometer lange Route führt von Montabaur im südlichen Westerwald bis nach Obernhof an der Lahn. Zudem lassen sich entlang der Strecke weitere ACHT weitere Wander-Schleifen erkunden, die im Namen des Trails stecken.

Der Gelbach, der die Route vorgibt, entsteht unterhalb der Altstadt von Montabaur durch den Zusammenfluss von Aubach und Stadtbach. Unterwegs wird er aus vielen kleinen Wasserläufen gespeist, bis er in Obernhof in die Lahn mündet.

Zu Beginn verläuft der GelbACHTrail parallel mit weiteren Wegen. Man wird begrüßt von König Taborein („Montabäurer Mären“), es folgen in Stein gemeißelte Szenen aus dem Leben Christi (Stationsweg nach Wirzenborn). An der ehemaligen Burganlage auf dem Geiersberg geht es hinunter auf die rechte Talseite. Von einer hölzernen Liege aus bietet sich ein schöner Blick auf das gelbe Schloss von Montabaur. Die nächste Etappe rund um Reckenthal folgt dem Skulpturenweg, der von Kunstwerken aus Holz gesäumt wird.

Eine besondere Geschichte erzählt die Wüstung Sespenrod. Mitte des 19. Jahrhunderts wanderten viele Westerwälder nach Texas aus, darunter fast alle Einwohner der Gemeinde Sespenrod.

Schmelzhütte auf der Wäller Tour Buchfinkenland
Schmelzhütte auf der Wäller Tour Buchfinkenland

Über eine Rodungsinsel – im Mittelalter musste die Bevölkerung mühsam Platz schaffen für Dörfer, Äcker und Weiden – geht es auf einem Trampelpfad durch die Auenlandschaft rund um Isselbach und am Rand der Talaue bis nach Kirchähr, wo traditionelles Fachwerk zu bewundern ist.
Kurz vor Dies strömt der Gelbach auf einen Abhang in der Talaue und ist dabei, eine kleine senkrechte Wand zu schaffen. Im steilen Ufer haben Eisvögel ihre Bruthöhlen angelegt. Der Mensch nutzt die Kraft des Wassers, seit die Landschaft besiedelt ist. Davon zeugt die Bruchhäusermühle auf der anderen Talseite, in der einst Getreide gemahlen wurde.

Nach der großen Schleife des Gelbachs geht es steil am Hang hoch und um den Eschenauerberg herum. Vom 17. Jahrhundert bis 1955 gab es Bergbau im Gelbachtal; Eisen, Blei und Silber wurden hier gewonnen.
Beim Abstieg glänzt an sonnigen Tagen eine silbrige Halde mit Schiefer-Bruchstücken. Im Tal stößt man auf den stillgelegten Otto-Wolff-Stollen, dessen unterste Sohle 750 Meter tief unter den Meeresspiegel reicht. Längst haben hier Fledermäuse ihr Zuhause gefunden.

Infotafel oberhalb Obernhof / Foto: ©Marco Rothbrust
Infotafel oberhalb Obernhof / Foto: ©Marco Rothbrust

Der letzte Anstieg des GelbACHTrails belohnt mit dem sagenhaften Blick ins Lahntal mit Obernhof. Auf einem Berg gegenüber thront Kloster Arnstein, das eng mit dem Weinbau an der Lahn verbunden ist. Vor mehr als 850 Jahren erkannten zwei Brüder die Gunst von Klima und Boden. Vermutlich reisten sie nach Burgund, um den Weinanbau zu lernen und brachten die ersten Rebstöcke mit.

Heute bilden Obernhof und Weinähr die Großlage Obernhofer Lahntal, wo vor allem Spätburgunder, Müller-Thurgau und Riesling kultiviert werden. Fünf Winzer sind aktiv, und dazu besitzt jeder Ort einen Bürgerweinberg.

Autos können am Einstieg in den GelbACHTrail auf dem Parkplatz am Friedhof Montabaur geparkt werden. Für die Wanderung werden feste Schuhe empfohlen. Unterwegs gibt es kaum Gelegenheiten zur Einkehr; der Rucksack sollte mit Getränken und einem Imbiss gefüllt sein. Da die Strecke lang ist und Nebenwege hat, ist es sinnvoll, sie zumindest in zwei Etappen zu gehen. Auf halbem Wege und nahe der Landstraße liegen Isselbach und Kirchähr.
Wir wünschen Ihnen ein Gutes Neues Jahr 2024 - Bleiben Sie GESUND und AGIL!