Die größte Naturwurzelkrippe der Welt


Foto: Touristik-Verband Wiedtal e.V.

Diese steht in Waldbreitbach, einem staatlich anerkannten Luftkurort an der Wied, im Landkreis Neuwied zwischen Rhein und Westerwald gelegen. Alles begann damit, dass Karl Gustav Hertling (im Ort und Umgebung nur „Gustel“ genannt) mit seinen Söhnen und einigen Helfern 1998 in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Waldbreitbach eine große Naturwurzelkrippe aufbaute. Unmengen an Moos und an die 1.000, z. T. zentnerschwere Wurzeln mussten hierfür herangeschafft werden. Acht Männer waren eine Woche lang beschäftigt, die Krippe mit 42 wertvollen Figuren sowie über 85 Tieren aufzubauen. Aus den rustikalen Naturwurzeln, 95 lebenden Pflanzen und vielen anderen liebevollen Details wurde eine Krippenlandschaft mit fließenden Bächen und sogar einem Wasserfall gestaltet. 2006 kamen sie damit als „größte Krippe der Welt“ ins Guinness-Buch der Rekorde.

Gustels Krippen- und Bibelwelt
Krippen haben den Hotelier Gustel Hertling schon immer begeistert. Seine erste eigene Krippe kauften seine Frau Marlies und er auf ihrer Hochzeitsreise in Oberammergau. Sie war der Anfang einer schier nicht enden wollenden Sammelleidenschaft, der er aber nicht im stillen Kämmerlein frönen wollte. Zunächst zeigte er, zusammen mit anderen Krippenfreunden, seine Schätze im Kolpinghaus, hernach in seinem Hotel. Aber auch dieser Raum war für die mehreren hundert Krippen rasch zu klein. So baute er fortan in der Weihnachtszeit neben seinem Hotel ein großes Zelt auf, um seine vielfältigen Darstellungen des Weihnachtsgeschehens einem breiten Publikum zu zeigen. 2005 erfolgte der „Umzug“ der Ausstellung in Hertlings Tennishalle, die seitdem deren Dauerdomizil ist. Heute präsentiert er hier auf über 850 m² Fläche dicht gedrängt um die 2.400 historische und zeitgenössische Krippen aus aller Herren Länder, davon über 100 aus außereuropäischen Ländern wie Südamerika, Afrika, Asien oder gar Kambodscha. Highlight dürfte aber seine 8,50 m hohe, 155 m² große Krippen-Gebirgslandschaft sein, mit der er seinen eigenen Rekord einstellte.

Es gibt aber nicht nur Weihnachtskrippen zu bestaunen: „Gustels Krippen- und Bibelwelt“ bietet dem Besucher außerdem Darstellungen des Leidens Christi, Szenen aus der biblischen Geschichte sowie Heiligenfiguren und Devotionalien. Ein Museumsshop rundet das Angebot ab.   Führungen durch die Ausstellung sind nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.Gustels Krippenwelten haben Waldbreitbach den Namen Weihnachts- und Krippendorf eingebracht. So kann man auf einem Spaziergang durch den romantischen Fachwerkort und auf dem “Kleinen Krippenweg” entlang der Wied heutzutage in den Schaufenstern der Geschäfte tolle Krippen und Weihnachtsartikel bewundern. Ab der Dämmerung sind alle Häuser und Attraktionen beleuchtet und der “Stern von Bethlehem”, ein mit 3.500 Glühbirnen beleuchteter Wanderweg, führt den Besucher.