Die ersten Premieren der Spielzeit 2018/19 an den Bühnen der Stadt Gera


Foto: fotolia.com / ©twoandonebuilding

Die Botschaft des Spielplans von Theater&Philharmonie Thüringen ist unverkennbar: Man positioniert sich – regional, international, historisch, gesellschaftspolitisch! Mal humorvoll-heiter, mal tragisch-ernst werden die Stoffe und Themen auf der Bühne und im Konzertsaal bearbeitet, die gegenwärtig für relevant erachtet werden. So werden spartenübergreifend drei neue Reihen etabliert: Wider das Vergessen, Heimat Europa und Dank der großzügigen Unterstützung durch den Fonds Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland kann die Reihe Zukunftsmusik ostwärts starten, um die spannenden Musiklandschaften Rumäniens und Ungarns zu erkunden. 
Mit John Kanders Musical „Cabaret“ eröffnet das Schauspielensemble die Saison am 28. September. „Willkommen, bienvenue, welcome im Cabaret, au Cabaret, to Cabaret!“, begrüßt der bizarre Conférencier seine internationalen Gäste zu einer schrillen Show. Dort begegnet der amerikanische Schriftsteller Cliff Bradshaw Sally Bowles. Die Sängerin ist der Star des Hauses. Die beiden werden ein Paar. Das weltoffene und bunte Berlin um 1930  ist ein Genuss für den jungen Mann. Doch die Zeiten ändern sich rasant. Ein neuer Wind weht durch Deutschland. Und die anfangs kleine Brise von rechts wird mehr und mehr zu einem Sturm, der alles hinwegfegt, was so begeisternd und wunderbar war … 
Inspiriert von Alfred Hitchcocks Klassiker Cocktail für eine Leiche hat David Gieselmann (*1972) mit Herr Kolpert eine schwarze Komödie geschaffen – zu sehen ab 13. Oktober in der Bühne am Park. Ralf und seine Lebensgefährtin Sarah haben deren Arbeitskollegin Edith und ihren Ehemann Sebastian zum Essen eingeladen – obwohl Sarah Kochen hasst. Doch: Wozu gibt es schließlich Lieferdienste? Statt eines schönen Dinners tischen die Gastgeber lieber jede Menge Lügen und böse Witze auf, die Edith und Sebastian zunehmend verunsichern. Liegt wirklich ein Mann namens Herr Kolpert ermordet in der Truhe im Wohnzimmer? Sollten die Gastgeber tatsächlich – nur aus Langeweile – einen Mord begangen haben und diesen nun frank und frei ihren Gästen gestehen? Oder ist das alles nur ein perfider Scherz?  Als schließlich ein merkwürdiges Klopfen aus der Truhe kommt, gerät der Abend völlig außer Kontrolle. Und zu allem Überfluss bringt der Pizzabote auch noch die falsche Bestellung!
Molières Der Misanthrop oder Der verliebte Melancholiker, auch unter dem Titel Der Menschenfeind bekannt, begeistert seit über 350 Jahren das Publikum in aller Welt. Als Maskenspektakel, das  in der Tradition der Commedia dell’Arte verwurzelt ist, taucht die Komödie ab 12. Oktober im Puppentheater auf. Alceste hat genug von den Lügen, der Heuchelei und der Oberflächlichkeit am königlichen Hof. Obwohl selbst von adeliger Abstammung, möchte er sich von den Zwängen der sogenannten „besseren“ Gesellschaft lösen und beschließt, sein Leben radikal zu ändern und von nun an nur noch die Wahrheit zu sagen – ohne Rücksicht auf Verluste…

Mehr unter: www.tpthueringen.de