Mit hintergründigem Humor


Fotos: djdTourist-Information-Schweinfurt-360

Mit hintergründigem Humor
Schweinfurt: Mit Pflug und Spitzweg treffen sich zwei Meister ihres Fachs

Humor und Komik können sehr derb und grob sein – immer wieder zu beobachten im deutschen Fernsehen bei vielen sogenannten Comedians. Humor und Komik können aber auch sehr feinsinnig und hintergründig sein, berühmt dafür war beispielsweise der unvergessene Loriot. Eine ganz andere Art von hintergründigem Witz gibt es ab dem Sommer im Schweinfurter Museum Georg Schäfer zu sehen: Mit Johann Baptist Pflug und Carl Spitzweg treffen sich zwei herausragende Meister des komischen Fachs.

Zwei bedeutende Künstler im direkten Vergleich
Johann Baptist Pflug lebte von 1785 bis 1866 und war in seiner Zeit als Maler einer der wichtigsten deutschen Schilderer der Sitten und Gebräuche auf dem Lande. Sein Wirkungskreis war die Region Oberschwaben, deshalb gilt Pflug auch als Geheimtipp. Sein Schwerpunkt liegt in der Gesellschaftssatire, kennzeichnend für seine Kunst sind vor allem ausufernde, in die Burleske abdriftende "Festivitäten". Sein Humor ist tiefgründig, seine deftigen Szenen erschließen sich nur bei genauer Betrachtung aller beteiligten Personen.

Viel bekannter ist die Bildwelt Carl Spitzwegs, der von 1808 bis 1885 lebte. Er konzentrierte sich bevorzugt auf wenige Figuren, enthüllte auf einzigartige Weise ihre Marotten und ihre zutiefst menschlichen Charakterzüge, am bekanntesten dürfte wohl der "Arme Poet" sein. In Schweinfurt kann man nun den Humor und die Komik von Pflug und Spitzweg vergleichen. Die Ausstellung im Museum Georg Schäfer präsentiert vom 2. Juli bis zum 24. September 2017 insgesamt 80 Gemälde, darunter 20 Leihgaben aus Museums- und Privatbesitz, sowie etwa 20 Grafiken. Das reichhaltige Begleitprogramm bietet Veranstaltungen für Erwachsene und Kinder sowie eine Museumsnacht. Alle Informationen gibt es bei der Tourist-Information Schweinfurt unter www.schweinfurt360.de
sowie unter www.museumgeorgschaefer.de.
Imposantes Museum

Das Museum Georg Schäfer wurde im Jahr 2000 eingeweiht und besticht durch seinen imposanten Bau: Er ist mächtig und luftig zugleich. Das Museum präsentiert die bedeutendste Privatsammlung der Kunst des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum. Mit Gemälden und Arbeiten auf Papier vom ausgehenden 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts bietet es ein Panorama der unterschiedlichen Kunstströmungen dieser Zeit – vom späten Rokoko über die Klassizisten und Romantiker bis hin zu den Impressionisten und Secessionisten. Jährlich finden drei bis vier hochklassige Wechselausstellungen statt.

Redaktion: DJD

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