Karikaturist und Paulskirchen- abgeordneter aus Zeulenroda


Fotos: Städtisches Museum Zeulenroda

Ferdinand Schröder
Ferdinand Schröder, geboren am 8. April 1818 in Zeulenroda, zählte um die Mitte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Karikaturisten in deutschsprachigen Raum. Wenngleich Schröder als Künstler lang in Vergessenheit geriet, so ist sein Werk doch präsent geblieben.
Schröders bekanntesten politische Karikaturen – das „Rundgemälde von Europa im August MDCCCXLIX“ sowie „Wat heulste denn, kleener Hampelmann“ – zählen zu den wichtigsten Bildsatiren der Revolution 1848/49 und sind noch heute einem weltweiten Publikum bekannt. Diese beiden Karikaturen finden sich in nahezu jedem gedruckten und digitalen Medium, das die revolutionären Ereignisse von 1848/49 in Deutschland und Europa thematisiert.
Auch Schröders humoristische Bildergeschichten sind von bleibendem Wert. Gerade bei diesen Arbeiten bewies er sein Talent als Verfasser entwaffnend ironischer Texte, die seine Zeichnungen zum Gesamtkunstwerk erheben. Schröders künstlerisches Werk ist mit den Arbeiten von Wilhelm Busch, dem Erfinder von „Max und Moritz“ und von „Die fromme Helene“, von Heinrich Hoffmann, dem Vater des „Struwwelpeter“, sowie von Heinrich Zille und seinem „Milljöh“ vergleichbar und qualitativ ebenbürtig.
Aber Ferdinand Schröder war nicht nur ein politisch zeichnender, sondern auch ein politisch handelnder Mensch. Als Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung zählte er zu den Mitgliedern des ersten frei gewählten Parlamentes auf deutschem Boden. Auch dem Stuttgarter Rumpfparlament von 1849 gehörte er an. In seiner Heimatstadt Zeulenroda zählte er zu den Initiatoren bei der Gründung des deutschnational gesinnten „Vaterlandsvereins“ und war unter den Mitarbeitern der Zeulenrodaer Stadtordnung von 1849. Erst diese moderne Stadtordnung hob die Stadtrechte von 1438 auf und war ein zentraler Schritt auf dem Weg der Stadt Zeulenroda vom Mittelalter in die Neuzeit. Schröders Tod am 24. Januar 1857 beendete sein künstlerisches Schaffen und politisches Wirken viel zu früh.
Anlässlich seines 200. Geburtstages ehrt das Städtische Museum diesen bedeutenden Sohn der Stadt Zeulenroda mit einer großen Sonderausstellung und zeigt eine Auswahl seiner wichtigsten Arbeiten. Höhepunkt ist zweifellos das Karikaturenalbum Schröders mit der darin enthaltenen und weltweit bekannten Karikatur „Rundgemälde Europas im August MDCCCXLIX“. Dieses bedeutende Zeugnis europäischer Kunst- und Kulturgeschichte wird in der aktuellen Ausstellung erstmals der breiten Öffentlichkeit im Original präsentiert.

INFO
Städtisches Museum Zeulenroda
Aumaische Straße 30/32
07937 Zeulenroda-Triebes
Fon: +49 36628 64135
Fax: +49 36628 64136
museum [at] zeulenroda-triebes.de

Öffnungszeiten:
Mi./Fr.   9.00 – 16.00 Uhr
Do.        9.00 – 18.00 Uhr
Sa./So. 13.00 – 17.00 Uhr
Und nach Vereinbarung.
Letzter Einlass ist eine halbe 
Stunde vor Schließung.

Foto: Städtisches Museum Zeulenroda
Foto: Städtisches Museum Zeulenroda
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