Das ändert sich  2016

Höhere Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung, mehr Geld für Eltern, Rentner und Bauherren, Verbesserungen in der Pflege, strengere Grenzwerte beim Spielzeug und die erneute Erhöhung des Briefportos. Das sind nur einige der Neuregelungen, die mit dem Jahreswechsel oder im Laufe des kommenden Jahres auf Verbraucher zukommen.
Freuen können sich Verbraucher unter anderem darüber, dass...

► das Kindergeld um 2 € auf 190 € und der Kinderzuschlag von 140 auf 160 € pro Monat steigt. Erwartet wird zudem ein Anstieg der Renten um 4.3% (West) und 5% (Ost) – die Entscheidung darüber soll im Februar 2016 fallen;

► die Kreditanstalt für Wiederaufbau ab 1.4.2016 ihre Förderkredite für energieeffizientes Bauen von 50.000 € auf bis zu 100.000 € verdoppelt. Allerdings wird die Förderung nur noch für Neubauten gewährt, die dem Standard „KfW-Effizienzhaus 55“ entsprechen;

► künftig auch pflegende Angehörige einen Anspruch auf Beratung durch die Pflegekassen haben und sich die Beratung für Pflegebedürftige und deren Angehörige insgesamt verbessern soll;

► die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung in Zukunft Facharzt-Termine innerhalb von vier Wochen vermitteln – allerdings unter Verzicht auf die freie Arztwahl;

► die Grenzwerte für mehrere Krebs erregende Substanzen in Kinderspielzeug werden bereits ab Ende Dezember 2015 EU-weit gesenkt. Gut zu wissen: Wer Spielzeug mit dem GS-Siegel kauft, kann davon ausgehen, dass die Konzentration der Krebs erregenden Stoffe unter den EU-Grenzwerten liegt;

► ausrangierte Elektrogeräte ab dem 24. Juli 2016 kostenfrei in allen Geschäften mit mehr als 400 qm zurückgenommen werden müssen, wenn ein gleichwertiges Neu-Gerät gekauft wird. Ausnahme: die kostenfreie Rückgabe von kleinen Geräten wie Toaster, Kaffeemaschinen oder Handys ist in diesen Läden immer, also auch ohne einen Neukauf, möglich.

► ab Mitte Dezember 2016 Nährwertangaben auf verpackten Lebensmitteln Pflicht werden. Zu kennzeichnen sind Brennwert und der Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz je 100 Gramm oder 100 Milliliter eines Lebensmittels. Nur wenige Lebensmittel wie beispielsweise alkoholische Getränke mit mehr als 1,2 Volumenprozent Alkohol oder sehr kleine Verpackungen sind davon ausgenommen. Zu einer verbraucherfreundlichen Ampelkennzeichnung konnte sich die EU allerdings nicht durchringen.

Ärgerlich für Verbraucher ist unter anderem,

► der zu erwartende Anstieg der Zusatzbeiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung auf durchschnittlich 1,1%. Welche Krankenkassen den Zusatzbeitrag tatsächlich anheben, soll sich noch in diesem Jahr entscheiden.

► der Anstieg des Briefportos von 0,62 € auf 0,70 €. Dafür soll es drei Jahre lang stabil bleiben.


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Auto & Verkehr

HU-Plakette ändert Farbe: Wer nach dem 1. Januar noch eine gelbe HU-Plakette auf dem Kennzeichen hat, hat den Termin zur Hauptuntersuchung verpasst. Ab Januar dürfen nur noch Braun, Rosa und Grün unterwegs sein, erklärt die Dekra. Eine braune Plakette zeigt an, dass die HU 2016 fällig ist, bei Rosa ist es 2017 soweit und Grün steht für 2018.
Kfz-Steuer für Elektroautos: Reine Elektrofahrzeuge, die ab dem 1. Januar zugelassen werden, sind für fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Darauf weist der Bund der Steuerzahler hin. Das ist deutlich weniger als bisher. Denn Elektroautos, die bis zum 31. Dezember 2015 zugelassen werden, genießen noch zehn Jahre lang die Befreiung von der Kfz-Steuer.


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Ernährung

Nährwertkennzeichnung auf vorverpackten Lebensmitteln: Hersteller verpackter Lebensmittel müssen ab Mitte Dezember 2016 über die Nährwerte ihrer Produkte informieren. Nährwertangaben auf Lebensmittelverpackungen werden ab dem 13. Dezember 2016 Pflicht. Das gilt auch, wenn Lebensmittel übers Internet verkauft werden.
Von der Pflicht zur Kennzeichnung gibt es nur wenige Ausnahmen: etwa für alkoholische Getränke mit mehr als 1,2 Volumenprozent Alkohol, für Kleinverpackungen, deren größte Oberfläche weniger als 25 Quadratzentimeter beträgt, sowie für alle handwerklich hergestellten Lebensmittel, die direkt durch den Hersteller in kleinen Mengen an den Endkunden abgegeben werden.


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Gesundheit & Pflege

Zuzahlung bei Rezepten - Höhere Freibeträge: Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung müssen seit 2004 Zuzahlungen zu ärztlichen Verordnungen leisten (ausgenommen sind Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr). Dabei hat der Gesetzgeber allerdings eine Belastungsgrenze von 2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen als Deckel festgelegt (bei chronisch Kranken: 1 Prozent). Wird dieses Limit überschritten, ist der Versicherte von weiteren Zuzahlungen befreit.
Bei der Berechnung ziehen die Krankenkassen von den jährlichen Bruttoeinkünften die jeweiligen Freibeträge ab - und zwar für mit im Haushalt lebende Ehegatten und eingetragene Lebenspartner sowie für Kinder.

► Facharzttermine binnen vier Wochen

Gesetzlich Krankenversicherte haben künftig einen Anspruch auf einen zeitnahen Termin beim Facharzt. Was das genau heißt, steht im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz. Ab 23. Januar 2016  sollen neu eingerichtete Terminservicestellen bei den Kassenärztlichen Vereinigungen, gegebenenfalls in Kooperation mit den Krankenkassen, allen gesetzlich Versicherten zu ihrem Recht verhelfen.
Wer sich dort hinwendet, bekommt innerhalb einer Woche einen Termin beim Orthopäden, Röntgenfacharzt oder Neurologen mitgeteilt. Die Wartezeit auf diesen Termin darf vier Wochen nicht überschreiten. Gelingt das der Terminservicestelle nicht, muss sie dem Patienten eine Untersuchung in einem Krankenhaus ermöglichen.
Allerdings gilt dies nicht uneingeschränkt: So berechtigen verschiebbare Routineuntersuchungen sowie Bagatell-
erkrankungen nicht zu einem raschen Termin. In diesen Fällen kann ein Besuch beim Facharzt in angemessener Zukunft vermittelt werden.
Patienten benötigen eine Überweisung zu dem jeweiligen Facharzt, wenn sie angesichts von langen Wartezeiten die Vermittlung durch die Terminservicestellen in Anspruch nehmen wollen. Ausnahmen hiervon gelten nur beim Besuch von Augen- und Frauenarzt.
Wer die Terminservicestelle seiner Krankenversicherung um eine Facharztvermittlung bittet, verzichtet auf die freie Arztwahl: Der Patient kann nicht vorgeben, zu welchem Arzt er vermittelt werden möchte. Passt ihm der neue Termin jedoch nicht, ist er nicht verpflichtet, ihn anzunehmen. Weiterhin ist der Besuch beim Wunsch-Arzt über die reguläre Terminvergabe in der Praxis möglich.

► Ärztliche Diagnose: Recht auf zweite Meinung

Bei bestimmten, planbaren Eingriffen haben Patienten ab dem 1. Januar 2016 einen gesetzlichen Anspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung. Das Recht soll vor allen Dingen Krankheitsbilder umfassen, bei denen die Gefahr einer unnötigen Operation besteht. Welche das genau sind, legt der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) bis zum Jahresende fest. Auch Krankenkassen können darüber hinaus in ihren Satzungen Angebote zur Zweitmeinung festlegen.
Indem sie einen weiteren Arzt nach seiner Meinung fragen, sollen sich Patienten in Zukunft darauf verlassen können, dass nur operiert wird, wenn es medizinisch geboten ist. Das Gesetz sieht vor, dass der Arzt, der den Eingriff empfiehlt, den Patienten über sein Recht auf die zweite Meinung informiert und außerdem auf Listen mit möglichen Zweitgutachtern hinweisen muss: entweder bei der Landeskrankenhausgesellschaft oder der Kassenärztlichen Vereinigung.
Diese Aufklärung sollte mindestens zehn Tage vor dem Eingriff erfolgen; dann hat der Versicherte ausreichend Zeit, um zu entscheiden, ob er erst noch eine Zweitmeinung einholen will.
Eine Zweitmeinung dürfen ausschließlich Ärzte abgeben, die für die jeweilige Krankheit die vom Gemeinsamen Bundesausschuss definierten fachlichen Kriterien erfüllen.

► Der zweite Teil des Gesetzes zur Verbesserung der Pflege tritt in Kraft; allerdings sind die Änderungen größtenteils erst ab 2017 spürbar.

Gleich zu Beginn des neuen Jahres tritt zwar der zweite Teil des Pflegestärkungsgesetzes in Kraft – auf den Großteil der Leistungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige sowie auf das neue System der Begutachtung wird es sich jedoch erst ab Anfang 2017 auswirken.
Denn erst ab dem 1. Januar 2017 wird die neue Definition von Pflegebedürftigkeit – mit fünf Pflegegraden anstelle der bislang drei Pflegestufen – angewandt. Der bisherige Begriff der Pflegebedürftigkeit orientiert sich vor allem an körperlichen Einschränkungen und wird deshalb den Menschen mit kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen kaum gerecht; in Zukunft werden sowohl der Verlust körperlicher und kognitiver Fähigkeiten als auch psychische Erkrankungen gleichermaßen erfasst und bei der Beurteilung und Einstufung in einen Pflegegrad berücksichtigt. Demenzkranke, die bislang die sogenannte Pflegestufe 0 haben, werden ab 2017 regulär in das System der Pflegeversicherung aufgenommen.
Wer bis zum 31. Dezember 2016 als pflegebedürftig anerkannt ist, der wird zum 1. Januar 2017 automatisch in einen der neuen Pflegegrade übergeleitet und darüber schriftlich von seiner Pflegekasse informiert. Ein Antrag muss nicht gestellt werden. Ausgeschlossen ist, dass jemand durch die Überleitung schlechter gestellt wird als zuvor und Leistungen reduziert werden.
Wer ab dem 1. Januar 2017 pflegebedürftig wird, wird aufgrund des neuen Systems begutachtet und in einen Pflegegrad eingestuft.
Ab Januar 2016 können Pflegebedürftige und deren Angehörige schon von einer besseren Beratung profitieren: So benennen Pflegekassen dann feste Ansprechpartner, die unterstützen und helfen, den Antrag zu stellen. Zudem haben dann auch pflegende Angehörige einen Anspruch auf Beratung – der war bislang nur den Pflegebedürftigen selbst vorbehalten.


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Energie & Umwelt

Die Strom-Umlagen (EEG und KWK) erhöhen sich; allerdings kaufen die Energieversorger nach wie vor günstig ein.
Die EEG-Umlage steigt ab 1. Januar 2016 um knapp 0,2 Cent auf 6,534 Cent pro Kilowattstunde und erreicht damit ihren höchsten Stand seit der Einführung im Jahr 2003. Das trägt mit dazu bei, dass auch die Summe aller Umlagen, Abgaben und Steuern im Strompreis voraussichtlich so hoch ist wie nie: Sie steigt netto um 0,6 Cent
pro Kilowattstunde.
Neben der EEG-Umlage trägt dazu auch die KWK-Umlage bei, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls um knapp 0,2 Cent pro Kilowattstunde erhöhen und damit fast verdoppeln wird.


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Geld & Recht

Plus bei branchenspezifischen Mindestlöhnen
Der zum 1. Januar 2015 eingeführte
gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde sollte zwar grundsätzlich für alle Branchen gelten. Bis zum 31. Dezember 2016 jedoch darf durch Tarifvertrag auf Grundlage des sogenannten Arbeitnehmerentsendegesetzes noch vom Mindestlohn nach unten abgewichen werden. So haben Zeitungszusteller ab 2016 Anspruch auf
85 Prozent (bisher 75 Prozent) vom Mindestlohn (ab 2017 dann auf 8,50 Euro
pro Stunde).

► Aufträge zur Freistellung von Kapitalertragssteuern sind künftig nur noch mit Steuer-Identifikationsnummer gültig.

Freistellungsaufträge sind ab dem
1. Januar 2016 unwirksam, wenn dem Geldinstitut keine Steuer-Identifikationsnummer (ID) des Kunden vorliegt. Konkret bedeutet dies, dass Bank oder Sparkasse die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge in voller Höhe direkt an das Finanzamt abführen.
Aktiv werden müssen Bankkunden, die ihre Freistellungsaufträge vor dem
1. Januar 2011 erteilt haben. Bei späteren Aufträgen musste nach dem Einkommensteuergesetz die Steuer-ID
bereits schon vermerkt werden.
Vor 2011 erteilte Freistellungsaufträge bleiben noch bis Ende 2015 ohne Identifikationsnummer gültig. Ab dem Jahr 2016 ist dann aber auch für diese Altaufträge die Abgabe der Nummer zwingend vorgeschrieben. Das gilt für alle Bankverbindungen und Depots sowie für alle Kontoinhaber. Ehe- und Lebenspartner müssen beim Gemeinschaftskonto beide Nummern mitteilen. Der Steuersatz auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden, Gewinnen aus Aktien- und Fondsverkäufen beträgt
25 Prozent, zuzüglich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag. Liegt der Bank oder Sparkasse ein gültiger Freistellungsauftrag einschließlich Steuer-ID vor, bleiben Kapitalerträge bis zu einer Höhe von maximal 801 Euro im Jahr steuerfrei; bei Ehepaaren sind es jährlich 1.602 Euro.
Geldinstitute sind nicht verpflichtet, fehlende Steuer-Nummern einzuholen, der Kunde muss selbst aktiv werden. Die ID besteht aus elf Ziffern und steht auf dem Einkommensteuerbescheid oder auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung. Sie kann auch beim Bundeszentralamt für Steuern erfragt werden.
Wer unsicher ist, ob die Steueridentifikationsnummer bei der Bank vorliegt, kann dort vorsorglich nachfragen und diese dann gegebenenfalls bis Ende 2015 noch formlos, etwa per E-Mail, mitteilen.
Ist den Geldinstituten die Steuer-ID nicht bekannt, behalten sie die Kapitalertragsteuer vollständig ein. Der Steuerpflichtige kann den Freibetrag dann über die Einkommensteuererklärung des nächsten Jahres geltend machen.

► Wer privat krankenversichert ist, soll bei seiner Versicherung künftig einfacher in einen anderen Tarif wechseln können. Das sehen Leitlinien des Verbands vor.

Bereits 2014 hat der Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV) einen Leitfaden auf den Weg gebracht, der es Versicherten erleichtern soll, in einen günstigeren Tarif zu wechseln. Ab dem 1. Januar 2016 verpflichten sich die im Verband organisierten Versicherer, diese Leitlinien verbindlich einzuführen.
Nach dem Versicherungsvertragsgesetz haben Kunden einer privaten Krankenversicherung stets das Recht, bei ihrem Anbieter in einen anderen Tarif zu wechseln. In der Praxis allerdings scheuten sich Versicherer oftmals nicht, allerlei Hürden aufzustellen: Wer wechseln wollte, wurde oft hingehalten und mit dem Hinweis auf vermeintliche Verschlechterungen abgeschreckt. Die nun verbindliche Einführung des Leitfadens soll ab dem nächsten Jahr mehr Verbraucherschutz gewährleisten.
So ist zum Beispiel vorgesehen, Wechsel-
anfragen innerhalb von 15 Arbeitstagen zu beantworten, dem Versicherten möglichst viele Tarifmöglichkeiten aufzuzeigen und diejenigen vorab auszuwählen, die im Einzelfall am besten geeignet sind. Außerdem soll die Auswahl von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer testiert sein, damit sie wirklich im Kundeninteresse erfolgt. Eine eventuell erforderliche erneute Risikoprüfung soll unverzüglich erfolgen. Die Rückstellungen fürs Alter, die dazu dienen sollen, die in späteren Jahren häufig extrem steigenden Beiträge abzufedern, werden in der Regel mitgenommen, wenn der Versicherte bei seiner Assekuranz intern in einen anderen Tarif wechselt.
Außerdem verpflichten sich die im PKV organisierten Versicherer, die Grundsätze verbindlich anzuerkennen, wenn der Ombudsmann eingeschaltet wird. Im Streitfall ermöglicht dies den Kunden auch eine Schlichtung außerhalb des Gerichtssaals. Die Leitlinien anerkannt haben bislang 25 Versicherer, die der PKV-Verband im Internet aufführt.

► Rentner werden sich über ein deutliches Plus auf ihrem Konto freuen können.

Die Signale für eine Rentenerhöhung stehen auf grün: Ab Juli 2016 erhalten die über 20 Millionen Rentner in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Schätzerkreises Rentenversicherung ein Plus von 4,3 Prozent (West) und von etwas über 5 Prozent (Ost). Im Schätzerkreis sind Experten der Rentenversicherung, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie der Deutschen Rentenversicherung Bund vertreten.
Nimmt man eine monatliche Rente von 1.200 Euro an, dann steigt sie bei fünf Prozent brutto um 60 Euro, bei vier Prozent um 48 Euro. Bei einer Rente von 1.800 Euro liegt der Anstieg bei 90 beziehungsweise 72 Euro.
Einerseits wirken sich die gute Wirtschaftslage und die hohen Beschäftigungszahlen positiv auf die Renten aus. Andererseits hat die Beitragssenkung zum Januar dieses Jahres von 18,9 auf 18,7 Prozent den Rentnern Zuwächse beschert. Zudem wird 2016 ein einmaliger statistischer Effekt ausgeglichen: Aufgrund von Vorgaben der EU waren Durchschnittslöhne bei der Rentenanpassung 2015 anders berechnet und niedriger angesetzt worden. Um wie viel Prozent genau die Renten steigen werden, wird erst im Frühjahr 2016 festgelegt.
Auch die bislang kaum genutzte Teilrente mit 63 soll attraktiver gestaltet werden. Dabei kann der Arbeitnehmer wählen, ob er ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel der Vollrente bekommen möchte. Wie viel Gehalt/Lohn er zusätzlich zur jeweiligen Rente erhalten darf, hängt von mehreren Faktoren ab und wird individuell berechnet. Problem heute: Jeder Euro, den ein Arbeitnehmer über die für ihn ermittelte Grenze hinaus zusätzlich verdient, kürzt seine Rente enorm, weil er sofort in eine andere Stufe fällt. In Zukunft sollen 40 Prozent jedes Verdienstes oberhalb von 450 Euro von der Rente abgezogen werden. Es wird erwartet, dass bis Mitte 2016 ein Gesetz verabschiedet werden kann.

► Die KfW beglückt mit höheren Förderkrediten.

Ab 1. April können Bauherren für energieeffiziente Neubauten doppelt so hohe Förderkredite bei der KfW aufnehmen wie bisher: Statt bei 50.000 Euro liegt die Obergrenze dann bei 100.000 Euro pro Wohneinheit. Gewährt werden diese Förderungen dann allerdings nur noch für Neubauten, die mindestens dem Standard "KfW-Effizienzhaus- 55" entsprechen. Das bedeutet, ihr Energiebedarf darf höchstens bei 55 Prozent der bis Ende 2015 zulässigen Höchstwerte liegen.
Die Namen der Förderprogramme beziehen sich also nicht auf die neuen, ab Januar 2016 gültigen Anforderungen, sondern weiterhin auf die alten. Neben den bisherigen Kategorien "55" und "40" wird es künftig zusätzlich die Kategorie "40 Plus" mit einem attraktiveren Tilgungszuschuss geben. Für 20- und 30-jährige Kreditlaufzeiten wird außerdem eine Variante mit 20-jähriger Zinsbindung eingeführt.

► Wie schon in den Vorjahren verbilligt sich das Telefonieren und Surfen im EU-Ausland.

Ab 30. April 2016 wird das Telefonieren und Surfen in der Europäischen Union (EU) erneut billiger. Die jetzigen Preis-Obergrenzen von höchstens 19 Cent für abgehende Anrufe, 6 Cent pro SMS und 20 Cent pro Megabyte Daten (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer) werden im nächsten Frühjahr von Höchstaufschlägen auf den jeweiligen Heimtarif abgelöst. Telefonate aus dem EU-Ausland nach Deutschland dürfen dann nur noch fünf Cent pro Minute zusätzlich zum Inlandspreis kosten, SMS zwei Cent; für jedes Megabyte Datenvolumen beim Surfen dürfen die Firmen höchstens fünf Cent mehr berechnen (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer).
Beim Grenzübertritt werden Kunden weiterhin per SMS informiert, wie viel das Roaming kostet.
Vom 15. Juni 2017 an soll es dann keine zusätzlichen Gebühren mehr fürs Telefonieren, Surfen und SMS-Verschicken im Ausland mehr geben. Dann soll innerhalb der EU derselbe Tarif wie zu Hause gelten. Allerdings sieht die Verordnung Ausnahmen vor. So können Netzbetreiber zum Beispiel nach der Fair Use Policy weiterhin Zuschläge erheben, wenn die Nutzung über das übliche Maß hinausgeht. Bis zum 15. Dezember 2016 soll die EU-Kommission festlegen, wie die Details der Fair-use-Einschränkung ausgestaltet werden sollen.

► Wer per Antenne fernsieht, kann sich im neuen Jahr über den verbesserten Standard DVB-T2 freuen.

Wer Fernsehen per Antenne empfängt, guckt bei der HD-Qualität bislang in die Röhre. Mit dem neuen Standard DVB-T2 wollen die TV-Anstalten dies ab 2016 schrittweise ändern. Die Zuschauer bekommen dadurch bessere Fernsehbilder und mehr Programme.
Erste HD-Übertragungen sollen im Mai 2016 als "Preview" starten; die Spiele der Fußball-Europameisterschaft im Juni 2016 werden dann in einigen Pilotregionen schon in hochauflösender Qualität gesendet werden. Voraussetzung für den Empfang ist neben einem HD-Fernseher auch ein DVB-T2-Empfangsteil mit dem neuen Kompressionsstandard HEVC.  Das Empfangsteil kann im Fernseher integriert sein oder als Set-Top-Box zwischen Antenne und HD-Fernseher geschaltet werden. Um den Antennenguckern eine Orientierung zu geben, wurde ein spezielles Logo "DVB-T2 HD" geschaffen. Der Handel ist gehalten, alle Geräte, die für den deutschen DVB-T2-Standard geeignet sind, mit diesem Logo zu kennzeichnen.
Besondere Eile, sich auf den neuen Standard DVB-T2 einzustellen, besteht im nächsten Jahr noch nicht. Erst ab März 2017 beginnt die flächendeckende Einführung von DVB-T2 – und damit auch das Ende der derzeitigen DVB-T-Ausstrahlungen. Zunächst werden die großen Ballungsgebiete mit DVB-T2 versorgt werden, dann erfolgen die Umstellungen in weniger dicht besiedelten Gebieten. Bis 2019 wollen die Fernsehsender den Wechsel bundesweit flächendeckend abgeschlossen haben.
Leider wird DVB-T2 nicht durchgängig kostenfrei zu empfangen sein: Die werbefinanzierten Privatsender werden ihre DVB-T2-Ausstrahlungen verschlüsseln. Die Freischaltung beziehungsweise Entschlüsselung wird nur gegen eine "Servicepauschale" möglich sein, die wahrscheinlich rund 5 bis 6 Euro pro Monat kostet. Alle Programme von ARD und ZDF werden auch beim verbesserten Antennenfernsehen unverschlüsselt verbreitet werden.


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Internet & Kommunikation

Die Deutsche Bahn beabsichtigt, auch die Fahrgäste in der 2. Klasse der ICE mit kostenlosem WLAN zu beglücken.
Die Deutsche Bahn will im Laufe des nächsten Jahres auch allen Fahrgästen der 2. Klasse im Netz der ICE-Züge kostenloses WLAN anbieten. Bisher gibt es diesen Service ausschließlich für Kunden der 1. Klasse, in der zweiten ist er – außer in manchen Tarifen der Telekom – kostenpflichtig.
Fast alle ICE-Züge sind mit der Technik für ein drahtloses Netz (WLAN) ausgerüstet. Die Anlage empfängt das Funksignal, verstärkt und leitet es in die einzelnen Wagen weiter. Doch momentan sind die technischen Voraussetzungen noch nicht gegeben, damit dies auch in den Wagen der 2. Klasse Standard ist.

Die Verbraucherzentrale Hessen hat auf ihrer Internetseite www.verbraucher.de die wesentlichen für Verbraucher relevanten Änderungen zusammengestellt.

Quelle: www.verbraucher.de