Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Minimal-invasive Chirurgie des St. Vinzenz-Krankenhauses Hanau unter neuer Leitung


Foto: ©St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau

Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Minimal-invasive Chirurgie des St. Vinzenz-Krankenhauses Hanau unter neuer Leitung

Zum 01. September hat Dr. med. Lars Brinkmann die Leitung der Abteilung Allgemein-, Viszeral- und Minimal-invasive Chirurgie am
St. Vinzenz-Krankenhaus Hanau übernommen. Im Gespräch schildert der neue Chefarzt seine Schwerpunkte und Zukunftspläne für die Abteilung.

Herr Dr. Brinkmann, über welche medizinischen Schwerpunkte verfügt Ihre Abteilung und welche Ziele verfolgen Sie gemeinsam mit Ihrem Team?

Dr. med. Lars Brinkmann: Einer der Schwerpunkte der Abteilung ist die operative Behandlung von gut- und bösartigen Erkrankungen des gesamten Magen-Darm-Trakts. Besonders wichtig ist uns, bei allen Operationen das schonendste Verfahren anzuwenden. In der Regel handelt es sich dabei um die Technik der Schlüssellochchirurgie (minimal-invasive Chirurgie). Um unsere hier bestehende Expertise zu verdeutlichen, trägt die Abteilung inzwischen in ihrem Namen den Zusatz „Minimal-invasive“ Chirurgie.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Versorgung von komplexen Narben-, Bauchwand- und Leistenbrüchen. Hierbei kommen ebenfalls neueste Techniken, Materialien und gewebeschonende Verfahren zum Einsatz. Auch diese operativen Eingriffe können häufig minimal-invasiv durchgeführt werden.
Einen weiteren hohen Stellenwert nimmt die Behandlung von Erkrankungen des Enddarms, die sogenannte Proktologie, ein. Diese umfasst die sehr häufigen Erkrankungen wie Hämorrhoiden und Fisteln. Auch bei diesen Krankheitsbildern werden modernste und schonende Operationsverfahren inklusive Lasertherapie angewandt.
Darüber hinaus zählen sämtliche allgemeinchirurgische Eingriffe, wie z.B. die Entfernung der Gallenblase, des Blinddarms und der Schilddrüse, zu unserem breit aufgestellten Spektrum. Auch bei diesen Operationen kommen moderne und gewebeschonende Techniken zum Einsatz, beispielsweise wird bei der Schilddrüsenchirurgie während des Eingriffs die Funktion der Stimmbandnerven genau überprüft.

Mit welchen Abteilungen des Hauses arbeiten Sie eng zusammen?

Dr. med. Lars Brinkmann: Bösartige Erkrankungen werden in Zusammenarbeit mit den am Hause befindlichen Hämato-Onkologen und den Strahlentherapeuten nach den aktuellen Behandlungsrichtlinien therapiert. Wöchentlich wird dazu eine Tumorkonferenz abgehalten, in der alle Patienten von allen am Behandlungsprozess beteiligten Ärzten detailliert besprochen werden und die weitere bestmögliche Behandlung festgelegt wird.
Auch mit der operativen Gynäkologie bestehen mehrere Berührungspunkte. So ist eine intensive Zusammenarbeit im Bereich der Beckenbodenchirurgie geplant. Viele Beschwerden können wir hier mittels modernster Operationsverfahren sehr gut lindern.

Zuletzt waren Sie am Klinikum Offenbach im Bereich der operativen Behandlung des krankhaften Übergewichts tätig. Welche Vorhaben haben Sie diesbezüglich am St. Vinzenz-Krankenhaus?

Dr. med. Lars Brinkmann: Die Adipositaschirurgie wird seit vielen Jahren im St. Vinzenz-Krankenhaus erfolgreich durchgeführt. Ich freue mich, diesen Schwerpunkt gemeinsam mit meinem erfahrenen Oberarzt und Vertreter Jörg Bollmann hier weiter ausbauen zu können. Wir bieten sämtliche Verfahren der bariatrischen Chirurgie (Schlauchmagen, Magen-Bypass etc.) an und arbeiten im Behandlungsprozess eng mit Ernährungsberatern und speziell geschulten Pflegekräften zusammen. Unser Ziel ist es, eine ganzheitliche und langfristige Therapie zu gewährleisten. Auch der Austausch und die Anbindung an die Selbsthilfegruppen ist uns ein wichtiges Anliegen auf diesem Gebiet.

Welche Qualitätskriterien und Serviceleistungen bieten Sie den Patienten Ihrer Abteilung an?

Dr. med. Lars Brinkmann: Die Wahl des Operationsverfahrens richtet sich nach den vorliegenden Befunden, den Wünschen der Patienten sowie nach geltenden medizinischen Leitlinien und der aktuellen wissenschaftlichen Studienlagen. Um ein kosmetisch ansprechendes Ergebnis zu erreichen, kommen überall schonende Nahttechniken, in der Regel unter Verwendung selbstauflösender Fäden, zum Einsatz.
Für die verschiedenen Erkrankungen sind spezielle Sprechstunden jeweils am Nachmittag von 13.00 bis 15.00 Uhr eingerichtet. In diesen Sprechstunden steht immer ein Oberarzt oder ich selbst als kompetenter Gesprächspartner zur Verfügung. Da in diesen Sprechstunden geplante Termine vergeben werden, ist die Wartezeit auf ein Minimum reduziert. Die persönliche Betreuung und Beratung der Patienten steht an oberster Stelle. Für die Notfallbehandlung steht die Zentrale Notaufnahme rund um die Uhr zur Verfügung.

Welche Ziele haben Sie bezüglich der Verzahnung mit der ambulanten Versorgung durch die niedergelassenen Ärzte vor Ort?

Dr. med. Lars Brinkmann: Ebenso wichtig wie die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Hause ist mir der Austausch mit den niedergelassenen Kollegen. Eine enge und vertrauensvolle Kooperation ist für mich eine Grundvoraussetzung, um unseren Patienten eine fachkompetente medizinische Versorgung und Behandlung anbieten zu können.

/Red.

 

Zur Person:
Dr. med. Lars Brinkmann war zuletzt als Oberarzt am Sana-Klinikum Offenbach im Fachbereich für Adipositas und Metabolische Chirurgie unter der Leitung von Prof. Weiner tätig. Davor war er mehrere Jahre Oberarzt an der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie an den Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden. Zuvor absolvierte er seine Facharztausbildung am Hetzel-Stift in Neustadt an der Weinstraße, der Universitäts-Klinik Frankfurt am Main und am Klinikum Kemperhof in Koblenz.
Aufgrund seines Werdeganges sammelte Dr. Brinkmann umfangreiche chirurgische Erfahrungen sowohl an einer Universitätsklinik, Kliniken der Maximalversorgung und der Grund- und Regelversorgung und deckt dadurch das komplette Spektrum der Allgemein- und Viszeralchirurgie ab.

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